Wie bereits erwähnt, sind die Projektionen der Sonntagsfrage die Basis des Modells. Grundlage bilden die jeweils aktuellsten Umfragewerte des Instituts für Demoskopie Allensbach (IfD), TNS emind, der forsa Gesellschaft für Sozialforschung und statistische Analyse mbH, der Infratest dimap Gesellschaft für Trend- und Wahlforschung mb, des Forschungsgruppe Wahlen e. V., der GMS Dr. Jung GmbH und des Instituts für neue soziale Antworten (INSA) in Kooperation mit YouGov Deutschland. Um den Einfluss von Einzelabweichungen in den genannten Umfragen gering zu halten, wird ein Mittel- bzw. Richtwert gebildet. Da die Erfahrungen zeigen, dass einige Institute im Schnitt eine niedrigere Abweichung zum Wahlergebnis aufweisen als andere, wurden die Umfrageergebnisse entsprechend der Institutsgenauigkeit und auch hinsichtlich der angewandten Methode gewichtet. So haben die in Onlinepanels ermittelten Werte von INSA/YouGov beispielsweise eine geringere Relevanz für den Richtwert als die Umfragergebnisse von Infratest dimap, welche in persönlichen Telefonumfragen zustande kommen und bei der Bundestagswahl 2009 im Mittel die höchste Genauigkeit aufwiesen. Weil sich der Abweichungsgrad jedoch auch von Umfrage zu Umfrage, von Partei zu Partei und gerade von Wahl zu Wahl unterscheidet, erschien eine starke Gewichtung nicht sinnvoll. Sie bewegt sich im Rahmen von 95% (INSA/YouGov) bis 98,575% (Infratest dimap). INSA/YouGov ist das einzige Institut, das mit Onlinepanels arbeitet. Die dennoch hoch erscheinende Gewichtung von 95% begründet sich darin, dass seine Abweichung nicht höher ist, als zwischen zwei Instituten, die auf die als etwas zuverlässiger geltende Methode der persönlichen Telefoninterviews setzen. Dennoch steht diese Gewichtung unter Vorbehalt, da INSA/YouGov erst seit März 2012 für seinen Auftraggeber BILD mit dieser Methode Umfragen durchführt. Allerdings rangierte YouGov mit ähnlicher Methodik bei der Genauigkeit in Umfragen zur US-Präsidentschaftswahl 2012 im Mittelfeld - zum Teil zwischen den Telefonumfragen. Das allein lässt noch keine verlässliche Einschätzung über die Ergebnisse von INSA/YouGov zu. Sollte der Abweichungsgrad hier zunehmen, kann dies zu einer Gewichtungsabwertung oder auch zum Ausschluss von INSA/YouGov aus der Kalkulation führen.
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