Prognosewerte vom 28.11.2012
Zweitstimmenanteil:
| CDU/CSU | 36,69% |
| SPD | 29,55% |
| FDP | 4,91% |
| Die Grünen | 16,20% |
| Die Linke | 6,57% |
| Piratenpartei | 3,66% |
| Sonstige | 2,42% |
Regierungskoalition bei prognostiziertem Wahlausgang: SPD und Grüne
Wahrscheinlichkeit für einen Parlamentseinzug:
| Die Linke | 89,45% |
| FDP | 47,68% |
| Piratenpartei | 16,39% |
Modellmomentum:
Die Grünen (+ 1,56%)
Analyse und Ausblick:
Der grüne Trend setzt sich ungebrochen fort. Nicht nur in den Umfragen haben die Grünen in den vergangenen Tagen zugelegt, das Modell sieht sie diese Woche weiterhin besser als der durchschnittliche Umfragewert (14,6%). Vor einer Woche hielt man mit einem Plus von 1,7 Punkten das Modellmomentum, diese Woche reichte es allerdings nur noch für ein Plus von 1,56%. Damit legten die Grünen aber insgesamt um 1,01 Prozent in einer Woche zu. Es dürfte jedoch vieles dafürsprechen, dass der Trend nun seinen vorläufigen Höhepunkt erreicht hat. Nach dem Parteitag und den geklärten Personalfragen fanden die Grünen medial nur noch in Spekulationen um eine schwarz-grüne Regierungskoalition größere Erwähnung. Der Populartrend ist deshalb rückläufig.
Ein weiterer “Booster” für die Grünen ist die derzeit prognostizierte Wahlbeteiligung, die leicht niedriger eingeschätzt wird als in der Vorwoche. Hauptursache dafür ist die etwas gestiegende Differenz zwischen den beiden Wunschkoalitionen in den Umfragen, die sich aus dem Plus für die Grünen und den Verlusten bei Union und SPD ergibt. Für die beiden großen wirkt sich das negativ aus. Die Sozialdemokraten verloren nicht nur Zuspruch in den Umfragen, sondern sackte auch im Modell um 0,24 Prozent ab und halten damit nur noch 29,55 Prozent. Immerhin weiterhin noch fast ein Prozent über ihrem durchschnittlichen Umfragewert. Gleichzeitig konnte sie aufgrund des kleinen Parteitages ganz leicht im Populartrend und im wichtigen Kompetenzbereich Soziales zulegen (Rentenkonzept).
Die Union verliert mehr und landet bei 36,69% (21.11.12: 37,07). Damit bewertet das Modell sie knapp 0,8 Prozent unter ihrem Umfrageschnitt. Vergangene Woche lag sie jedoch noch über 1,1% darunter.
Für die FDP könnte es knapper kaum sein. Sie verlor minimal um 0,13%, liegt aber mit 4,91% nun unter der 5%-Marke. Zwar konnte Außenminister Guido Westerwelle bei den Vermittlungsgesprächen zwischen Israel und den Palästinensern als oberster deutscher Diplomat staatsmännisch auftreten und schien dabei auch eine ordentliche Figur zu machen, lange aber hielt die mediale Aufmerksamkeit nicht an. Jede Umfrage sieht die FDP derzeit bei vier Prozent. Der Aufschlag von etwas unter einem Prozent durch das Modell ergibt sich hauptsächlich durch die erwarteten Leihstimmen aus dem Unionslager, alle anderen Faktoren heben sich nahezu gegenseitig auf. Der Bundestagseinzug steht damit weiter auf der Kippe: 47,68% Wahrscheinlichkeit momentan (-2,37%).
Anders ist die Lage bei der Linken: Durch Kritik an möglichen Auslandseinsätzen der Bundeswehr und dem Rentenkonzept der SPD konnte sie sich zwar nur minimal verbessern, die momentan erwartete Wahlbeteiligung verhilft ihr aber im Modell zu 6,57% (+0,26%). Damit bleibt sie dennoch etwa 0,35% unter ihrem Umfrageschnitt zurück. Die Wahrscheinlichkeit auf einen Bundestagseinzug ist indes gestiegen. Derzeit: 89,45% (+6,94%).
Die Piratenpartei profitiert nicht von ihrem Parteitag. Sie war zwar seit langem wieder Medienthema, allerdings standen damit auch wieder die großen Probleme der Partei im kurzen Fokus der Aufmerksamkeit. In jüngsten Umfragen sanken die Piraten leicht. Auch die niedrigere Wahlbeteiligung nützt ihnen kaum. Sie verlieren um 0,23% Prozent und kommen nur noch auf auf 3,66 Prozent. Damit schwindet auch die Chance auf den Parlamentseinzug: Nur noch 16,39% (- 6,42%).
Die sonstigen Parteien verlieren um 0,31% und liegen jetzt bei 2,42%.
Aussicht: Die Diskussion um die Griechenlandrettung könnte der Union schaden, "Pleiten-Peer" dafür in den Medien an Aufmerksamkeit verlieren. Insgesamt können leichte Wahrscheinlichkeitserhöhungen für Rot-Grün, aber auch für die Große Koalition erwartet werden. Die Chance auf eine Fortführung der amtierenden Koalition dürfte weiterhin sinken.


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