Montag, 3. Dezember 2012

Emnid-Umfrage beendet Kopf-an-Kopf-Rennen / Prognosewerte vom 03.12.2012


Die Kanzlerpräferenz spielt bei Bundestagswahlen immer eine große Rolle. Zwar zeigen jüngere Untersuchungen, dass ihr Einfluss auf das Wahlergebnis seit wenigen Jahren abnimmt, dennoch ist es für die Anzahl der Zweitstimmen wesentlich, wie hoch die Kanzlerpräferenz für den Spitzenkandidaten in der Bevölkerung ausgeprägt ist. Um die Kompetenz- und Sympathiewerte für Angela Merkel und Peer Steinbrück zu ermitteln, zieht das Modell entsprechende Umfragen von Infratest dimap, der Forschungsgruppe Wahlen und Emnid heran. Im Gegensatz zur Sonntagsfrage findet keine Gewichtung statt, da sich nicht nachträglich überprüfen lässt, inwieweit ein Institut hier verlässlicher ist als ein anderes. 

Nach den Novemberdaten von Infratest dimap und der Forschungsgruppe Wahlen lag Merkel klar in Führung, sowohl was die Kanzlerpräferenz der Deutschen betrifft, als auch in den vom Modell herangezogenen Punkten Sympathie, Glaubwürdigkeit und Lösungkompetenz bei der Eurokrise. Lediglich beim Thema Soziale Gerechtigkeit und Wirtschafts- und Finanzkompetenz hatte Steinbrück die Nase vorn. 

In einer neuen Emnid-Umfrage für den Focus, veröffentlicht am 02.12.12, legt die Kanzlerin in diesen Punkten nicht nur zu, ihr Herausforderer verliert zusätzlich auch noch. Laut der Umfrage liegt die für das Modell besonders wichtige Kanzlerpräferenz nun bei 57% zu 28% - mehr als doppelt so viele Befragte ziehen also Angela Merkel als Regierungschefin vor. Zum Vergleich: 52% zu 38% waren es beim Politbarometer vom 16.11.12. Für die Sympathie- und Glaubwürdigkeitswerte sieht die Entwicklung sehr ähnlich aus. 

Der Unterschied ist deutlich und obwohl das Modell mit Durchschnittswerten arbeitet, wirken sich die neuen Kanzlerpräferenz und -kompetenzwerte stark auf die ermittelten Zweitstimmenanteile im Modell aus. Die CDU gewinnt knapp 3,8%, fast im selben Umfang verliert die SPD. 

CSU-Vorsitzender Seehofer forderte an diesem Adventwoche in der Welt am Sonntag 40% für die Union bei der Bundestagswahl. Tatsächlich steht in den neuesten Berechnung aufgrund der Emnidumfrage nun bei der Union eine 40 vor dem Komma. 

Außerdem scheint sich der geringe Leihstimmenfaktor für die FDP im Modell zu bewähren. Angela Merkel sagte zeitgleich gegenüber der Bild am Sonntag, sie wolle keine Zweitstimmenkampagne für die FDP, stattdessen eine starke Union. Das kann sie sich leisten. Selbst wenn die FDP an der Fünfprozenthürde scheitert, würde Merkel derzeit Kanzlerin einer Großen Koalition werden. Rot-Grün liegt nur noch weniger als ein Prozent vor der Union allein. Während die Piraten vermutlich nicht in den Bundestag einziehen und der Einzug der FDP weiterhin auf der Kippe steht, gilt der Bundestagseinzug für Die Linke mit mehr als 99% fast als gesichert. Daher zieht Merkel im Kanzlermeter nicht nur an Peer Steinbrück vorbei, sondern setzt sich mit einem äußerst komfortablen Vorsprung ab. Daran ändern auch die Uneinigkeit zwischen CDU und CSU in der Frage nach einem möglichen Schuldenschnitt für Griechenland oder die zu erwartenden Diskussionen rund um den anstehenden Parteitag der CDU nicht viel. Sollten künftige Umfragen von Infratest dimap und der Forschungsgruppe Wahlen dem Trend in ähnlichem Umfang folgen, ist vielmehr mit einem weiteren Anstieg des Unionanteils und einem zusätzlichen Rückgang von Stimmen für die SPD zu rechnen.

Die aktuellen Modellwerte vom 3.12.12:

Zweitstimmenanteil:




CDU/CSU40,36%
SPD25,08%
FDP4,85%
Die Grünen15,95%
Die Linke6,93%
Piratenpartei3,47%
Sonstige3,36%

               
Koalitionswahrscheinlichkeiten:




CDU/CSU und FDP46,57%
CDU/CSU und SPD22,19%
SPD und Grüne31,24%

Regierungskoalition bei prognostiziertem Wahlausgang: CDU/CSU und SPD

Wahrscheinlichkeit für einen Parlamentseinzug:


Die Linke99,35%
FDP46,25%
Piratenpartei10,76%

Wahrscheinlichkeit für die Kanzlerschaft:




Angela Merkel68,76%
Peer Steinbrück31,24%


Modellmomentum:

CDU/CSU (+ 2,86%)

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen