Prognosewerte vom 5.12.2012
Zweitstimmenanteil:
| CDU/CSU | 40,21% |
| SPD | 24,81% |
| FDP | 5,03% |
| Die Grünen | 15,95% |
| Die Linke | 6,77% |
| Piratenpartei | 3,59% |
| Sonstige | 3,64% |
Koalitionswahrscheinlichkeiten:
| CDU/CSU und FDP | 47,16% |
| CDU/CSU und SPD | 22,05% |
| SPD und Grüne | 30,79% |
Regierungskoalition bei prognostiziertem Wahlausgang: CDU/CSU und SPD
Wahrscheinlichkeit für einen Parlamentseinzug:
| Die Linke | 95,69% |
| FDP | 50,87% |
| Piratenpartei | 13,66% |
Wahrscheinlichkeit für die Kanzlerschaft:
| Angela Merkel | 69,21% | |
| Peer Steinbrück | 30,79% | |
Modellmomentum:
CDU/CSU (+ 2,83%)
Während der CDU-Bundesparteitag nicht nur in Hannover, sondern besonders in den Medien zelebriert wird, gelingt es der SPD weiterhin kaum, positive Signale zu senden. Gegen Merkels und MacAllisters Wahlkampf-Party wirkte der Kleine Parteitag der Sozialdemokraten trotz verfasster Rentenbeschlüsse äußerst blass. Und statt innerparteilich über Marginalthemen wie das Ehegattensplitting für Homosexuelle oder die Rentenbewertung älterer Mütter zu diskutieren, bleibt die SPD uneins über ihre Gesamtausrichtung und nicht zuletzt über ihren Spitzenkandidaten Peer Steinbrück. Der sorgt zwar immer noch für Schlagzeilen, allerdings sind neue Vorträge und die Qualität von Billigwein alles andere als geeignete Wahlkampfthemen. Es scheint, als würde die Kampagne gegen ihn nicht abbrechen. Steinbrücks Image und seine Kanzlerkandidatur könnten nachhaltig ramponiert sein.
Wenigstens einen eindeutigen aktuellen Trend spiegelt die Emnid-Umfrage für den Focus vom 02.12.2012 wider. Die Kanzlerin steigt in der Gunst der Deutschen deutlich, Steinbrück verliert. Laut der jüngsten Sonntagsfrage der GMS Dr. Jung GmbH haben sich die FDP und auch die Piratenpartei in Niedersachsen zu Lasten der SPD leicht verbessert. Mit diesen neuen Zahlen ergeben sich auch im Modell deutliche Veränderungen.
Die Union legt gegenüber der Vorwoche um satte 3,52% zu und erreicht 40,21%. Damit liegt sie im Modell mehr als 2,83% über ihrem Umfrageschnitt. Dieser Sprung erscheint zwar hoch, gerade bei den unentschieden Wählern bzw. den so genannten “Last Minute Deciders” spielt die Kanzlerpräferenz aber eine wesentliche Rolle. Genau diese Gruppe wird in den Umfragen nicht ausreichend erfasst und sollte bei aktuellem Datenstand deutlich eher zu Angela Merkel bzw. der Union tendieren.
Die Sozialdemokraten sind eingebrochen. Sie erreichen aktuell nur noch 24,81%, verlieren damit sage und schreibe 4,71% und liegen in der Modellbewertung 3,47% unter ihrem Umfrageschnitt. Um wieder Boden gut zu machen, reicht es nicht aus, diesen zu verbessern. Vielmehr sind es die persönlichen Werte Peer Steinbrücks, die der SPD schaden und dringend steigen müssten, um den Abwärtstrend zu stoppen. Auch die Wahl in Niedersachsen bleibt für die Sozialdemokraten eine wesentliche Weiche für ihren Kurs im Bund.
Die FDP erreicht wieder mehr als fünf Prozent. Aber - wer hätte es gedacht? - sie liegt mit 5,03% nur äußerst leicht über dieser Marke. Immerhin legt sie im Vergleich zur Vorwoche 0,14% zu. Ihre Chance für einen Wiedereinzug in den Bundestag liegt nun bei 50,87%, das Modell sieht die Liberalen etwa 0,9% über ihrem Umfrageschnitt. Die versagte Schützenhilfe und die geforderte, aber bisher verweigerte Koalitionsaussage der Union halten die FDP in diesem knappen Bereich. Aber: In Niedersachsen könnte es zu einer Überraschung mit klaren Signalen für den Bund kommen. Außerdem hätten die Liberalen mit einem Wechsel an der Parteispitze immer noch eine Trumphkarte.
Um die Grünen ist es seit der Nominierung ihrer Spitzenkandidaten wieder ruhig geworden. Gegenüber dem vergangenen Mittwoch verlieren sie genau ein Viertelprozent und kommen nun auf 15,95%. Das Momentum haben sie zwar klar an die CDU abgegeben, liegen aber immer noch 1,3% über ihrem Umfrageschnitt.
Die Linke hingegen bleibt fast 0,3% darunter. Insgesamt aber gewinnt sie um 0,2% und kommt auf 6,77%. Zu 95,69% ist sie im neuen Bundestag vertreten (+6,24%).
Deutlich weniger gut stehen die Chancen für die Piraten. Lediglich die jüngste Umfrage für Niedersachsen konnte den Negativtrend leicht bremsen. Sie kommt nun auf 3,59% (-0,07%) und hat damit noch eine Wahrscheinlichkeit von 13,66% für den Einzug in den Bundestag. In den Umfragen erhält sie weiterhin durchgehend vier Prozent und liegt damit im Modell 0,41% unter ihrem Schnitt.
Somit erhielte sie sogar weniger Stimmen als die sonstigen Parteien, die jetzt zusammen auf 3,64% kommen.
Kanzlerin Merkel steht derzeit bestens da. Zu 69,21% wird sie Regierungschefin bleiben. Dabei sind die Chancen für Schwarz-Gelb mit 47,16% besonders gut. Immerhin 22,05% Wahrscheinlichkeit verfallen aktuell auf eine Große Koalition. Für Rot-Grün und Peer Steinbrück reicht es zu 30,79%. Bei gleichen Werten am Wahltag wäre er indes chancenlos. Hier hätte Schwarz-Gelb eine Wahrscheinlichkeit von 27,53%, zu 72,47% würde es die Große Koalition werden. Rot-Grün wäre aus dem Rennen.



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