Mittwoch, 9. Januar 2013

Prognosewerte vom 09.01.2013


Prognosewerte vom 09.01.2013



Zweitstimmenanteil:



CDU/CSU42,31%
SPD24,54%
FDP4,92%
Die Grünen14,34%
Die Linke7,13%
Piratenpartei3,04%
Sonstige3,72%

Zweitstimmenanteile im zeitlichen Verlauf:




             
Koalitionswahrscheinlichkeiten:



CDU/CSU und FDP51,78%
CDU/CSU und SPD48,22%
SPD und Grüne0,00%

Regierungskoalition bei prognostiziertem Wahlausgang: CDU/CSU und SPD


Koalitionswahrscheinlichkeiten im Verlauf:



Wahrscheinlichkeit für einen Parlamentseinzug:


Die Linke100,00%
FDP47,78%
Piratenpartei0,00%



Wahrscheinlichkeit für die Kanzlerschaft:




Angela Merkel100,00%
Peer Steinbrück0,00%

Kanzlermeter im Verlauf:



Modellmomentum:

CDU/CSU (+ 2,38%)

Negativmomentum:

SPD (- 3,75%)

Nebeneinkünfte, Billigwein, die Debatte um das Kanzlergehalt, vermeintliche Frauenboni, den Regierungsstandort Bonn und Spekulationen über Unternehmensbegünstigungen. Die Liste mit Peer Steinbrücks “Stolpersteinen” ließe sich fortsetzen. Sie kann die SPD im Wahljahr 2013 auch alles kosten.

Weniger als zwei Wochen vor der Landtagswahl in Niedersachsen steht die Union im Modell besser da als je zuvor. Getan hat sie dafür nichts. Während die SPD in den Umfragen verliert, gewinnen CDU und CSU - in der jüngsten Umfrage von INSA/YouGov (07.01.2013, Auftraggeber: BILD) stieg die Union sogar von 36% auf 39%, in der neuesten Forsa-Umfrage kletterte sie auf 42%, die SPD hingegen verlor ein bzw. zwei Prozent. Steinbrück hat den Konservativen mit seinem bisherigen Auftreten im Wahlkampf einen Bärendienst erwiesen. Durch den erhöhten Abstand zwischen den beiden großen Volksparteien sank im Modell auch die prognostizierte Wahlbeteiligung auf einen Tiefstwert, was sich zusätzlich negativ für die SPD auswirkt. Außerdem gewann das bürgerliche Lager durch eine Neubewertung der Eurokrise. Die Union hält derzeit den Spitzenwert von 42,31 % (+ 1,43%). Das Modellmomentum liegt nun bei 2,38 %. 

Die SPD hält das größte bislang erzielte Negativmomentum. Ganze 3,78 % rangiert sie unter ihrem gewichteten Umfragemittel von 28,29%. In der Zweitstimmenrechnung liegt sie nun bei 24,54 % (- 0,54%). Das ist ein neuer Tiefstwert. Jedoch sieht auch Forsa die Sozialdemokraten derzeit nur noch bei 25%. Die Kanzlerschaft von Peer Steinbrück ist mit diesen Werten ausgeschlossen. 

Die hohen Momentumwerte könnten auch in Niedersachsen eine zentrale Rolle spielen. Der für die Sozialdemokraten sicher geglaubte Sieg gerät in Gefahr. Zwar sagten die Demoskopen Anfang Januar noch immer einen Wahlerfolg für Rot-Grün voraus, doch wenn sich der aktuelle Bundestrend auf Niedersachsen auswirkt, könnte es sehr eng werden. Und am Ende anders ausgehen.

Entscheidend dafür ist nach wie vor die FDP. Vor der Landtagswahl gibt es bei der Bundespartei keinen Führungswechsel. Bei welchem Ergebnis er wann stattfindet, ist offen. Dabei bewertet das Modell die Partei momentan gar nicht so schlecht. Zwar sinkt sie mit 4,92% (-0,02% gegenüber der Vorwoche) wieder unter die Fünfprozentmarke. Allerdings ist dies der neuesten Forsa-Umfrage geschuldet, in der die FDP nur noch bei 2% steht. Ob dieser bislang schlechteste Umfragewert längerfristig bedeutsam wird, bleibt abzuwarten. In jedem Fall existiert für die FDP noch eine Menge Luft nach oben. Das Modell rechnet derzeit mit einem Ergebnis von 3,8% in Niedersachsen. Würden die Liberalen dort knapp mehr als fünf Prozent erhalten, zudem die Führungsspitze erneuern und in zwei Umfragen um einen Prozentpunkt steigen, lägen sie schon bei 5,85% im Bund, während das gewichtete Umfragemittel sie noch unter 4% sehen würde. Die FDP hat also noch alle Chancen auf ein starkes Momentum. Und könnte auch in Niedersachsen noch den Einzug in den Landtag schaffen.

Deshalb stehen auch die Chancen für die Fortsetzung der schwarz-gelben Regierung in Berlin fast besser denn je. 51,78 % Wahrscheinlichkeit verfallen derzeit auf diese Option. Das bürgerliche Lager erhält insgesamt in der aktuellen Rechnung 47,23% und liegt damit vor dem linken Lager (46,01% inkl. Die Linke). Weil die FDP jedoch wieder unter fünf Prozent liegt, ermittelt das Modell wieder eine Regierungskoalition aus Union und SPD. Für diese Möglichkeit besteht derzeit 48,22% Wahrscheinlichkeit. Rot-Grün ist mit 0% aus dem Rennen.

Denn auch für die Grünen sah es schon mal besser aus. Zwar scheint die Talfahrt zunächst gebrochen, die Partei erhält nun 14,34% (+0,24%). Jedoch liegt sie damit noch weit unter ihrem bisherigen Höchststand (16,87%, 27.11.12). Die Personalie Steinbrück wird auch für die Grünen zum größten Stolperstein im Wahljahr. Seine Äußerungen forderten geradezu nach einer Abgrenzung, die führende Grüne prompt lieferten. Allerdings beraubten sie sich so frühzeitig der Möglichkeit für einen glaubwürdigen Lagerwahlkampf. In der Vergangenheit waren die Grünen dann besonders stark, wenn es eine Chance auf einen Regierungswechsel gab. Diese ist jedoch in weite Ferne geraten. Bislang vermögen es die Grünen weder personell, noch inhaltlich größere Akzente zu setzen. Der Fukushima-Bonus ist längst verbraucht und auch der Zuwachs nach der Urwahl wieder zerronnen. Jedoch kann auch die Stunde der Grünen in diesem Jahr noch schlagen. Ob als potentieller Koalitionspartner der SPD oder als Partei im Einzelkampf, ist allerdings offen.

Die Linke verliert gegenüber der Vorwoche und kommt nun auf 7,13% (-0,12%). Damit bleibt der Bundestagseinzug weiterhin gesichert, aber es zeichnet sich ab, dass es der Partei nur schwer gelingen wird, mehr als 7,3% bei der Bundestagswahl zu holen. Mit Niedersachsen wird sie wohl aus einem weiteren Landtag fliegen, es drohen erneut Personalquerelen. Für Protestwähler verliert Die Linke an Attraktivität. 

Die Piraten verharren im Keller. Diese Woche kann nur eine leichte Steigerung von 0,05% auf 3,04% verzeichnet werden. Jedoch könnten sie als Partei im Berliner Abgeordnetenhaus vom Flughafenstreit profitieren und so auch Signale in den Bund senden. Erstmalig haben die Piraten nun die Möglichkeit, sich durch Realpolitik zu profilieren. Dennoch liegt derzeit ihre Chance auf den Einzug in den Bundestag nach wie vor bei 0%. Gelänge jedoch überrascht der Einzug in den Niedersächsischen Landtag, dann wäre Auftriebspotential für die Bundestagswahl gegeben.

Die starke CDU und die schwache SPD sorgen dafür, dass das bürgerliche Lager diese Woche vor dem linken Lager liegt. So ermittelte das Modell erstmalig am Sonntag einen Wahlsieg für Schwarz-Gelb. Mittlerweile liegt die FDP aber wieder unter fünf Prozent, womit Schwarz-Rot wieder die Regierungskoalition stellen würde. Rot-Grün und Kanzlerkandidat Steinbrück sind derzeit chancenlos. Zwar kann sich bei einer Verschärfung der Eurokrise und einem deutlichen Sieg bei der Niedersachsenwahl daran auch schnell wieder etwas ändern. Jedoch deutet dieser Wert zum gegenwärtigen Zeitpunkt klar auf ein frühzeitiges K.O. für Rot-Grün hin. Weiterhin sinkende Sympathie- und Glaubwürdigkeitswerte für Peer Steinbrück, die ein oder andere zusätzliche Negativschlagzeile und zumindest das Rennen ums Kanzleramt wäre vorentschieden. Doch so oder so: Verbleibt die Wahrscheinlichkeit für einen Wahlerfolg nach dem 20. Januar bei 0%, dann hat die SPD die Wahl verloren. Acht Monate, bevor sie stattfindet. 

Für den morgigen Tag wird eine neue Ausgabe des DeutschlandTrends erwartet, bei dem wahrscheinlich erstmalig in diesem Jahr persönliche Werte für Merkel und Steinbrück veröffentlicht werden. Mit einer Verbesserung des SPD-Kanzlerkandidaten kann nicht gerechnet werden.

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