Prognosewerte vom 17.09.2013
Koalitionswahrscheinlichkeiten:
| CDU/CSU und FDP | 48,07% |
| CDU/CSU und SPD | 51,93% |
| SPD und Grüne | 0,00% |
Regierungskoalition bei prognostiziertem Wahlausgang: CDU/CSU und SPD
Koalitionswahrscheinlichkeiten im Verlauf:
Wahrscheinlichkeit für einen Parlamentseinzug:
| Die Linke | 100% |
| FDP | 100% |
| Piratenpartei | 0% |
| AfD | 0% |
Wahrscheinlichkeit für die Kanzlerschaft:
| Angela Merkel | 100,00% | |
| Peer Steinbrück | 0,00% | |
Kanzlermeter im Verlauf:
Modellmomentum:
FDP (+ 1,86%)
Negativmomentum:
SPD (- 1,88%)
Neue Daten braucht das Land. Während in den Medien ein Streit darüber tobt, ob der Bruch mit der Selbstverpflichtung zur Nichtveröffentlichung von Umfragedaten kurz vor der Wahl seitens des ZDF die Wähler manipuliert oder sie informiert, kann man sich an dieser Stelle über die Entscheidung nur freuen. Schließlich basiert dieses Prognosemodell auf Umfragewerten - und ihre Aktualität ist dabei unerlässlich.
Aus diesem Grund wurden nun, unmittelbar vor der Wahl, Umfragedaten, deren Erhebung und Veröffentlichung bereits einige Zeit zurück liegen (konkret zunächst die von Allensbach und GMS) entsprechend ihres Alters heruntergewichtet. Trotz dieser Neuerung und der Landtagswahl in Bayern hat sich an den Modellwerten jedoch nicht viel verändert.
Hauptsächlich liegt das daran, dass in der Modellberechnung ohnehin von einer absoluten Mehrheit der CSU in Bayern ausgegangen wurde. Aufgrund des aber leicht über den Erwartungen liegenden Ergebnisses wurde der "CSU-Faktor" von null auf einen leicht negativen Wert gesetzt. Er beschert der Union also nun ein kleines Plus. Gleichzeitig wurde aber von INSA/YouGov eine neue Umfrage veröffentlicht, die diesen Zugewinn wieder zu nichte macht. Für den Wert der FDP im Modell spielt die Bayernwahl kaum eine Rolle.
Aus diesem Grund wurden nun, unmittelbar vor der Wahl, Umfragedaten, deren Erhebung und Veröffentlichung bereits einige Zeit zurück liegen (konkret zunächst die von Allensbach und GMS) entsprechend ihres Alters heruntergewichtet. Trotz dieser Neuerung und der Landtagswahl in Bayern hat sich an den Modellwerten jedoch nicht viel verändert.
Hauptsächlich liegt das daran, dass in der Modellberechnung ohnehin von einer absoluten Mehrheit der CSU in Bayern ausgegangen wurde. Aufgrund des aber leicht über den Erwartungen liegenden Ergebnisses wurde der "CSU-Faktor" von null auf einen leicht negativen Wert gesetzt. Er beschert der Union also nun ein kleines Plus. Gleichzeitig wurde aber von INSA/YouGov eine neue Umfrage veröffentlicht, die diesen Zugewinn wieder zu nichte macht. Für den Wert der FDP im Modell spielt die Bayernwahl kaum eine Rolle.
Die Union verliert im Modell sogar leicht (-0,1%) und kommt nun auf 37,6%. Die SPD legt diese 0,1% zu und kommt auf 24,2%. Also nur eine minimale Verschiebung bei den großen Volksparteien.
Die FDP rangiert ebenfalls nur 0,1% schlechter im Modell als noch vor zwei Tagen. Mit 7,1% bliebe sie klar im Bundestag - und ggf. sogar auf der Regierungsbank. Die Bayernwahl, in der die FDP deutlich verlor, sollte eben als jener Weckruf fungieren, mit dem das Modell lange kalkuliert. Basis für diese Prognose ist folgendes: Ungeachtet einer existierenden Zweitstimmenkampagne wählt das bürgerliche Lager stets taktischer als Anhänger der derzeitigen Opposition. Je mehr die FDP bislang - zumindest medial - in ihrer Existenz bedroht war, desto effektiver wurde taktisch gewählt. Daran verändert auch die klare Absage der Union an eine Zweitstimmenkampagne nur wenig. Zudem wissen die taktischen Wähler aus dem bürgerlichen Lager genau, wie wahrscheinlich Direktmandate in ihrem Wahlkreis sind und wie viel Gewichtung ihre Zweitstimme somit hat. Außerdem: Einer Erhebung von Infratest dimap zufolge schätzen 12% der Unionsanhänger eine Große Koalition als negativ ein. Sollten nur 20% von diesen Wählern daher taktisch ihre Zweitstimme an die FDP abgeben, macht dies rund 1% aus, der von potentiellen Unionswählern an die FDP geht. Etwa diesen Wert errechnete das Modell konstant als tatsächlich abgerufenes Leihstimmenpotential.
Die Grünen verlieren nun doch weiter. Sie erreichen nur noch 11,7% (-0,3%). Der deutliche Abfall, der nur auf den zugrunde liegenden Umfragedaten basiert, ist gerade angesichts früher Modellberechnungen kaum erklärbar. Bis vor wenigen Tagen galten die Grünen als der designierte Wahlsieger schlechthin, einfach weil sie es vermieden Wahlkampf zu betreiben, sich in Zurückhaltung übten, und jene im rot-grünen Lager anzogen, die sich mit Steinbrück nicht wirklich anfreunden konnten. Steuererhöhungspläne, Verbotspolitik und Veggie Day, wie es Regierungspolitiker, Journalisten und Demoskopen dieser Tage zu deuten vermögen, erscheinen kaum als Grundlage für den Zustimmungsrückgang ausreichend. Vielmehr gewann die SPD in der jüngsten Vergangenheit nach dem Kanzlerduell potentiell einige Stimmen aus dem eigenen Lager zurück. Einen Teil verloren die Grünen auch an die Linken.
Diese können zwar ihren Spitzenwert von 9,2% nicht mehr halten, büßen aber mit 0,1% auf nun 9,1% auch nur leicht ein.
Auch die Piratenpartei verliert die ominösen 0,1% und liegt nun bei 2,6%.
Gewinner der letzten zwei Tage, weil zunehmend Umfragesieger, ist die AfD. Sie liegt jetzt bei 3,7% (+0,5%). Für einen Parlamentseinzug reicht es so dennoch nicht.
Demoskopen haben mit der "Alternative für Deutschland" so ihre Probleme. Auch dies sei hier in den Grundzügen erklärt. Einerseits schwankt die Partei in den Umfragen sehr deutlich, andererseits wird zudem vermutet, dass viele Wähler die Wahlabsicht AfD bei Umfragen schlicht nicht äußern oder sich gar nicht befragen lassen. Von daher ist es nicht nur für Demoskopen, sondern auch für die Modellbewertung, unheimlich schwierig die AfD korrekt einschätzen zu können. Dies liegt insbesondere daran, dass ziemlich unklar ist, inwiefern die Demoskopen im Falle der AfD ihre Umfragendaten aufgrund der eben genannten Faktoren "frisieren". Dass es getan wird, ist aber naheliegend. Gleichzeitig, und auch das dürfte Demoskopen verunsichern, erfreut sich die AfD im Internet einer relativ großen Beliebtheit. Steigende Umfragewerte für die AfD sind zunächst vor dem Hintergrund zu deuten, dass kein Umfrageinstitut diese maßgeblich unterschätzen will, gerade, wenn die AfD überraschend in den Bundestag einziehen würde. Doch daraus ergeben sich eben gerade die Gründe, warum sie es nicht tun wird. Messbar für die Demoskopieinstitute ist seit eh und je ein hohes rechtspopulistisches Potential in Deutschland. 20% der Deutschen würden eine Sarrazin-Partei wählen - mindestens so viele sehen sich als eurospektisch. Gleichwohl würden eben diese 20% aber auch eine Horst-Schlemmer-Partei wählen. Sie würden, wenn, ja, wenn Sonntag Bundestagswahl wäre. Sonntag ist Bundestagswahl. Und - um es in der Fußballsprache auszudrücken - was zählt ist "Auf dem Platz". Dort wird dieses latent vorhandene Potential nämlich nicht abgerufen. Am Ende zählt in der Wahlkabine eben doch der Wahlslogan von 1957: "Keine Experimente". Zumindest für ein Groß der Wähler aus dem bürgerlichen Lager, gerade diese, die Angela Merkel nicht zuletzt wegen ihrer Euro-Politik als Kanzlerin halten wollen.
Vor diesem Hintergrund wäre es nicht erstaunlich, wenn die Forschungsgruppe Wahlen am Donnerstag mit ihren letzten Werten die AfD bei 5% sähe, FDP nur auf 4% käme und die Union mit 38% rangiert. Nur ein SPD-Wert von 30% könnte größere Mobilisierung hervorrufen. Wenn dann alles anders kommt, wird über diese Umfrage weiter gestritten werden. In jedem Fall fließt sie in diese Berechnung mit ein.
Die Sonstigen Parteien erhalten übrigens 4,0% (+0,1%).
Neue Zahlen folgen in den kommenden Tagen.
Die Grünen verlieren nun doch weiter. Sie erreichen nur noch 11,7% (-0,3%). Der deutliche Abfall, der nur auf den zugrunde liegenden Umfragedaten basiert, ist gerade angesichts früher Modellberechnungen kaum erklärbar. Bis vor wenigen Tagen galten die Grünen als der designierte Wahlsieger schlechthin, einfach weil sie es vermieden Wahlkampf zu betreiben, sich in Zurückhaltung übten, und jene im rot-grünen Lager anzogen, die sich mit Steinbrück nicht wirklich anfreunden konnten. Steuererhöhungspläne, Verbotspolitik und Veggie Day, wie es Regierungspolitiker, Journalisten und Demoskopen dieser Tage zu deuten vermögen, erscheinen kaum als Grundlage für den Zustimmungsrückgang ausreichend. Vielmehr gewann die SPD in der jüngsten Vergangenheit nach dem Kanzlerduell potentiell einige Stimmen aus dem eigenen Lager zurück. Einen Teil verloren die Grünen auch an die Linken.
Diese können zwar ihren Spitzenwert von 9,2% nicht mehr halten, büßen aber mit 0,1% auf nun 9,1% auch nur leicht ein.
Auch die Piratenpartei verliert die ominösen 0,1% und liegt nun bei 2,6%.
Gewinner der letzten zwei Tage, weil zunehmend Umfragesieger, ist die AfD. Sie liegt jetzt bei 3,7% (+0,5%). Für einen Parlamentseinzug reicht es so dennoch nicht.
Demoskopen haben mit der "Alternative für Deutschland" so ihre Probleme. Auch dies sei hier in den Grundzügen erklärt. Einerseits schwankt die Partei in den Umfragen sehr deutlich, andererseits wird zudem vermutet, dass viele Wähler die Wahlabsicht AfD bei Umfragen schlicht nicht äußern oder sich gar nicht befragen lassen. Von daher ist es nicht nur für Demoskopen, sondern auch für die Modellbewertung, unheimlich schwierig die AfD korrekt einschätzen zu können. Dies liegt insbesondere daran, dass ziemlich unklar ist, inwiefern die Demoskopen im Falle der AfD ihre Umfragendaten aufgrund der eben genannten Faktoren "frisieren". Dass es getan wird, ist aber naheliegend. Gleichzeitig, und auch das dürfte Demoskopen verunsichern, erfreut sich die AfD im Internet einer relativ großen Beliebtheit. Steigende Umfragewerte für die AfD sind zunächst vor dem Hintergrund zu deuten, dass kein Umfrageinstitut diese maßgeblich unterschätzen will, gerade, wenn die AfD überraschend in den Bundestag einziehen würde. Doch daraus ergeben sich eben gerade die Gründe, warum sie es nicht tun wird. Messbar für die Demoskopieinstitute ist seit eh und je ein hohes rechtspopulistisches Potential in Deutschland. 20% der Deutschen würden eine Sarrazin-Partei wählen - mindestens so viele sehen sich als eurospektisch. Gleichwohl würden eben diese 20% aber auch eine Horst-Schlemmer-Partei wählen. Sie würden, wenn, ja, wenn Sonntag Bundestagswahl wäre. Sonntag ist Bundestagswahl. Und - um es in der Fußballsprache auszudrücken - was zählt ist "Auf dem Platz". Dort wird dieses latent vorhandene Potential nämlich nicht abgerufen. Am Ende zählt in der Wahlkabine eben doch der Wahlslogan von 1957: "Keine Experimente". Zumindest für ein Groß der Wähler aus dem bürgerlichen Lager, gerade diese, die Angela Merkel nicht zuletzt wegen ihrer Euro-Politik als Kanzlerin halten wollen.
Vor diesem Hintergrund wäre es nicht erstaunlich, wenn die Forschungsgruppe Wahlen am Donnerstag mit ihren letzten Werten die AfD bei 5% sähe, FDP nur auf 4% käme und die Union mit 38% rangiert. Nur ein SPD-Wert von 30% könnte größere Mobilisierung hervorrufen. Wenn dann alles anders kommt, wird über diese Umfrage weiter gestritten werden. In jedem Fall fließt sie in diese Berechnung mit ein.
Die Sonstigen Parteien erhalten übrigens 4,0% (+0,1%).
Neue Zahlen folgen in den kommenden Tagen.







Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen